Einleitung
Der NPK ist der Normpositionen-Katalog für den Schweizer Bau. Er liefert vorformulierte Standardtexte für Bauleistungen aller Gewerke, von Erdarbeiten bis zur Gebäudetechnik. Architekten, Planner und Unternehmer in der Schweiz schreiben damit Offerten und Ausschreibungen in derselben Sprache.
Wozu braucht es den NPK?
Ohne Standard müsste jede Firma jede Leistung selbst formulieren. „Beton liefern und einbauen" könnte dann überall etwas anderes heissen. Der NPK löst das:
Eindeutige Beschreibung: Jede Position ist klar definiert (was, wie, in welcher Qualität).
Vergleichbarkeit: Offerten verschiedener Unternehmer betreffen exakt dieselbe Leistung.
Zeitersparnis: Du musst Standardtexte nicht selbst schreiben.
Rechtssicherheit: Die NPK-Texte sind in der Branche etabliert und mit den SIA-Normen abgestimmt.
Wie ist der NPK aufgebaut?
Der NPK ist hierarchisch in Ebenen gegliedert. Von oben nach unten:
Ebene | Bezeichnung | Beispielnummer |
0 | Kapitel (Arbeitsgattung) | 113 |
1 | Abschnitt | 200 |
2 | Unterabschnitt | 210 |
3 | Hauptposition | 211 |
4 | Unterpositionsgruppe | 211.100 |
5 | Unterpositions-Untergruppe | 211.110 |
6 | Unterposition (die eigentliche Leistung) | 211.111 |
Nicht jedes Kapitel nutzt alle Ebenen. Einfache Hauptpositionen führen direkt zu Unterpositionen (z.B. 211.001). Komplexere Strukturen brauchen Gruppen und Untergruppen, um Varianten sauber zu ordnen.
Die unterste Ebene, die Unterposition, ist das, was du am Ende ausschreibst oder anbietest. Mit Beschreibung, Einheit (z.B. m³, m², h) und Preis.
Geschlossene und offene Positionen
Der NPK kennt zwei Arten von Positionen:
Geschlossene Position: Fertig formulierter Standardtext. Du fügst nur Menge und Preis ein.
Offene Position: Enthält Variablen (Punkte „…"), die du selbst füllst, zum Beispiel mit einer Materialangabe oder einer Abmessung. So passt die Position zum konkreten Projekt.
Brauchst du dieselbe offene Position mehrfach mit unterschiedlichen Inhalten, kannst du sie vervielfachen. Das nennt man Wiederholungsposition.
Findest du im NPK keine passende Standardposition, kannst du in den dafür reservierten Nummernbereichen eine eigene Position anlegen. Das ist eine R-Position (Reserveposition). Sie folgt der NPK-Systematik, ihren Text formulierst du aber selbst.
Kapitel und Versionen
Der NPK wird jährlich aktualisiert. Jede Aktualisierung erzeugt eine neue Version. Bestehende Angebote bleiben mit ihrer ursprünglichen Version gültig, auch nach Jahren. Wird ein Kapitel grundlegend überarbeitet, gilt es als neue Ausgabe.
NPK und BKP/eBKP
Neben dem NPK triffst du auf zwei weitere Codes:
BKP (Baukostenplan): Ordnet Leistungen finanziellen Kostenstellen (u.a. Gewerken) zu, zum Beispiel „211 Baumeisterarbeiten" als BKP-Code.
eBKP-H / eBKP-T: Die elementorientierte Variante. Sie beschreibt das Bauteil (zum Beispiel „C 02 Aussenwand") statt die Kostenstelle.
So lassen sich NPK-Positionen sowohl kosten- als auch bauteilbezogen auswerten. Mehr dazu im Artikel „BKP, eBKP und EKG".
Wer steht hinter dem NPK?
Der NPK wird von CRB Schweiz herausgegeben und gepflegt. CRB ist das Kompetenzzentrum für Standards in der Bau- und Immobilienwirtschaft und wird von den wichtigsten Branchenverbänden getragen (unter anderem SIA und SBV). CRB veröffentlicht den NPK in Deutsch, Französisch und Italienisch und kontrolliert per Lizenz, wer welche Kapitel verwenden darf. Caturix ist von CRB für die Nutzung des NPK zertifiziert.
Gut zu wissen
Um NPK-Kapitel zu nutzen, brauchst du eine gültige CRB-Lizenz. Lies dazu „NPK-Lizenzen verstehen".
Der NPK ist urheberrechtlich geschützt. Inhalte dürfen nicht ausserhalb lizenzierter Anwendungen weitergegeben werden.
Ohne Vorkenntnisse wirkt der NPK gross. In der Praxis arbeitest du meist mit wenigen, für dein Gewerk relevanten Kapiteln.
