Das Konzept: Reglemente
Alle HR-Regeln werden in Reglementen gebündelt. Ein Reglement ist eine benannte Sammlung von Regeln – zum Beispiel «SECO Standard», «GAV Bau» oder «Temporärpersonal».
Den Ablauf kannst du dir so vorstellen:
Du legst ein Reglement an (Name + Beschreibung).
Du fügst dem Reglement die gewünschten Regeln hinzu (pro Regeltyp maximal eine).
Du weist das Reglement im Arbeitsvertrag der jeweiligen Mitarbeitenden zu.
So kann jede Mitarbeiterin eine eigene Konfiguration haben, und du kannst mehrere Vertragstypen (z. B. GAV Bau und Büro) parallel betreiben.
Wichtig: Fehlt ein Regeltyp in einem Reglement, findet für diesen Bereich keine Berechnung statt. Beispiel: Ohne Überzeit-Regel wird für alle Mitarbeitenden auf diesem Reglement keine Überzeit erfasst.
Du findest die HR-Regeln in den Firmeneinstellungen unter HR-Regeln.
Die fünf Regeltypen
1. Pausen
Legt fest, ob Pausen bezahlt sind und wie viel. Du definierst Pausenstufen nach dem Muster «ab X Arbeitsstunden → Y Minuten bezahlte Pause». Zusätzlich gibt es eine Mindestarbeitszeit, ab der bezahlte Pausen greifen.
Es gilt immer nur die höchste erreichte Stufe (keine Addition).
Es werden höchstens so viele Minuten bezahlt, wie die Person tatsächlich Pause erfasst hat.
Änderungen wirken ab dem Folgetag auf alle neu erfassten Stunden.
2. Überzeit
Steuert die gesetzliche Überzeit. Du kannst sie aktivieren oder deaktivieren und die Wochenschwelle festlegen (z. B. 45 Stunden für Industrie/Bau, 50 für Büro).
Ist die Regel deaktiviert, wird gar keine Überzeit akkumuliert (z. B. für Stundenlöhner).
Ohne explizite Schwelle gilt der Standard von 45 Stunden pro Woche (gemäss ArG Art. 9) – bewusst auf der sicheren Seite.
3. Fahrzeit (Reisezeit) - nur für erweitere Zeiterfassung
Legt fest, ob Fahrzeit bezahlt ist, und optional eine Anzahl Freiminuten pro Tag, die nicht bezahlt werden.
Beispiel: bezahlt mit 30 Freiminuten/Tag → die ersten 30 Fahrminuten pro Tag fallen aus dem Saldo. Diese Einstellung beeinflusst auch die Grundlage, auf der die Pausenstufe berechnet wird.
4. Zeit-Zuschläge
Eine Regel deckt alle Zuschlagsarten ab:
Nacht (mit Zeitfenster, z. B. 20:00–06:00, darf über Mitternacht gehen),
Samstag,
Sonntag,
Feiertag.
Pro Art gibst du einen Prozentsatz an; leer = diese Art ist deaktiviert. Zuschläge addieren sich: 2 Stunden in der Nacht am Sonntag mit 25 % Nacht- und 50 % Sonntagszuschlag ergeben 2h + 0.5h + 1h = 3.5h Gutschrift.
5. Abwesenheits-Anrechnung
Legt fest, wie viele Minuten pro Abwesenheitstag gutgeschrieben werden (für Ferien, Krankheit, Unfall usw.):
Fester Wert (z. B. 8.4h/Tag), oder
leer lassen → es gilt die individuelle Tages-Sollzeit aus dem Jahresarbeitszeitkalender (variiert nach Wochentag und Pensum).
Regeln versionieren statt überschreiben
Wenn sich eine Regel ändert (z. B. weil ein GAV angepasst wird), überschreibst du sie nicht einfach. Stattdessen wählst du beim Bearbeiten einen Modus:
Modus | Wirkung |
Korrektur (rückwirkend) | Bearbeitet die aktuell laufende Version direkt. Für echte Tippfehler / Korrekturen. |
Neue Version ab heute | Schliesst die aktuelle Version per gestern ab und startet ab heute eine neue. |
Neue Version ab Datum | Wie oben, aber mit einem zukünftigen Startdatum. |
Dadurch bleibt die Historie erhalten: Berechnungen für vergangene Tage nutzen weiterhin die damals gültige Regel. Das Reglement selbst wird nicht versioniert – nur die Regeln darin.
Reglement löschen
Ein Reglement, das noch Verträgen zugewiesen ist, lässt sich nicht ohne Weiteres löschen. Caturix zeigt dir die Anzahl betroffener Verträge an. Weise diesen Verträgen zuerst ein anderes Reglement zu, bevor du löschst.
Empfehlungen
Erst einrichten, dann zuweisen: Konfiguriere ein Reglement vollständig, bevor du es Verträgen zuweist.
Versionieren statt korrigieren bei inhaltlichen Änderungen – nur echte Fehler per «Korrektur» beheben.
Pro GAV ein Reglement: So bleiben unterschiedliche Vertragstypen sauber getrennt.
